{"id":2351,"date":"2006-11-25T09:00:05","date_gmt":"2006-11-25T08:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/?p=2351"},"modified":"2019-09-16T21:43:43","modified_gmt":"2019-09-16T19:43:43","slug":"sterbende-nicht-allein-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/2006\/11\/25\/sterbende-nicht-allein-lassen\/","title":{"rendered":"Sterbende nicht allein lassen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:calc( 1280px + 0px );margin-left: calc(-0px \/ 2 );margin-right: calc(-0px \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:0px;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:0px;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:0px;--awb-spacing-left-medium:0px;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:0px;--awb-spacing-left-small:0px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h1>Sterbende nicht allein lassen<\/h1>\n<div class=\"clear_news\">\n<p>Wattenscheid \u2013 &#8222;Wenn die T\u00fcr in dem Moment nicht aufgegangen w\u00e4re, w\u00e4r` ich wohl einfach wieder gegangen&#8220;, erinnert sich Agathe Lapka.<\/p>\n<p>Die T\u00fcr, die sich damals im richtigen Moment \u00f6ffnete, war im Krankenhaus. Dahinter lag ihre Nachbarin &#8211; gerade drei\u00dfig Jahre jung, Mutter von zwei kleinen Kindern und unheilbar an Krebs erkrankt. Sie selbst hatte gerade erst ihre Mutter verloren und wurde nun gebeten, sich um die junge Frau zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<div>\n<h3>Junge Mutter \u2013 todkrank<\/h3>\n<\/div>\n<p>&#8222;Ich wusste anfangs gar nicht was ich erz\u00e4hlen sollte, mir schien alles zu belanglos.&#8220; Doch das war eine unn\u00f6tige Sorge, denn ihre Nachbarin wollte einfach am Alltag teilhaben und nahm ihr durch ihre liebevolle Art die Hemmungen. R\u00fcckblickend versteht Agathe Lapka das: &#8222;Diese Menschen wollen wirklich bis zuletzt leben&#8220;.<\/p>\n<p>Gewiss bereitete der Sterbenden der unausweichliche Tod Angst. Doch sie wollte vor allem reden und nicht allein sein. &#8222;Ihr Mann konnte damit nicht umgehen, deshalb bat er mich seine Frau zu besuchen.&#8220; Am Tag des Todes ging Agathe Lapka mit den Kindern der Verstorbenen zum Karnevalsumzug. &#8222;Ich hatte es ihr versprochen, doch es war schrecklich.&#8220; Noch heute kommen ihr beim Erz\u00e4hlen die Tr\u00e4nen. &#8222;Danach war f\u00fcr mich klar, dass ich das weitermachen muss.&#8220;<\/p>\n<p>So schloss sie sich einer Gruppe f\u00fcr Sterbebegleitung an. 30 Ehrenamtliche sind im Schnitt im Hospizverein Wattenscheid t\u00e4tig. Unterst\u00fctzt und in Grundkursen angeleitet werden sie von Gesine Maurer. Sie ist Diplom-Sozialarbeiterin und seit 2005 hauptamtliche Koordinatorin des Vereins.<\/p>\n<div>\n<h3>Man lebt intensiver<\/h3>\n<\/div>\n<p>Unterschiedlichste Wege haben die Sterbebegleiter zum Verein gef\u00fchrt, bei vielen f\u00fchrte der Weg \u00fcber den pers\u00f6nlichen Verlust. Auch auf den Umgang mit dem Tod und die eigene Pers\u00f6nlichkeit hat ihre T\u00e4tigkeit gro\u00dfen Einfluss. &#8222;Ich bin toleranter und mitf\u00fchlender geworden&#8220;, fasst Monika Heer ihre Empfindungen und die der restlichen Gruppe zusammen. &#8222;Man sollte sein Leben nicht mit Nickeligkeiten vergeuden, es kann immer schnell vorbei sein.&#8220;<\/p>\n<p>Ber\u00fchrungs\u00e4ngste gegen\u00fcber Kranken oder gar Toten haben sie abgebaut. Doch ganz wichtig ist ein v\u00f6llig ver\u00e4ndertes Lebensgef\u00fchl. &#8222;Man lebt intensiver und lernt Kleinigkeiten zu sch\u00e4tzen&#8220;, erkl\u00e4rt Monika Heer strahlend. Daraus haben sich bei ihr auch noch andere Aspekte ergeben. &#8222;Ich bin mittlerweile Vegetarier und auch etwas esoterisch angehaucht&#8220;, gibt sie lachend, aber gerne zu.<\/p>\n<p>1999 kam Renate Korte zum Verein, weil sie an einen Punkt kam, an dem sie sich bewusst f\u00fcr etwas Wichtiges engagieren wollte: &#8222;Man kommt in die Mitte des Lebens und f\u00e4ngt an sich mit gewissen Themen ernsthafter auseinander zu setzen.&#8220;<\/p>\n<p>Das Umfeld reagiert manchmal etwas befremdet auf das Ehrenamt. &#8222;Am besten k\u00f6nnen wir untereinander sprechen&#8220;, erkl\u00e4rt Karla Kruschewski. Man st\u00e4rkt sich gegenseitig. Doch in diesen Gespr\u00e4chen ist l\u00e4ngst nicht alles traurig. Ganz im Gegenteil. &#8222;Es kommt oft vor, dass man auch mit den Menschen und ihren Familien lacht. Das ist einfach wichtig&#8220;, berichtet Kruschewski aus der eigenen Erfahrung.<\/p>\n<p>Denn auch die Angeh\u00f6rigen sollen durch die Sterbebegleitung aufgefangen werden. In besonders gl\u00fccklichen F\u00e4llen wirkt die Hilfe verbindend. &#8222;Wisst ihr noch, unser Herr B.?&#8220;, wirft Gesine Maurer ein. Und schon fangen sie an zu erz\u00e4hlen. Ein Mann bat darum, man m\u00f6ge Kontakt zu seiner Exfrau und seinem Sohn aufnehmen. &#8222;Ein bisschen mulmig war mir schon&#8220;, erinnert sich Karla Kruschewski. Doch sie fasste sich ein Herz und arrangierte ein erstes Treffen. Nach dem Tod des Vaters konnte sie seinem Sohn noch berichten, wie stolz der Vater auf ihn gewesen war. Ein anderer &#8222;Fall&#8220; war ein \u00e4lterer Herr, der nur zwei Schwestern hatte. Beide f\u00fchlten sich \u00fcberfordert und hatten Angst, ihren Bruder auf seinem letzten Weg zu begleiten, ein Sterbebegleiter sollte helfen. Doch die Hemmungen konnten durch Gespr\u00e4che \u00fcberwunden werden. So konnten ihm seine Schwestern in seiner letzten Stunde doch die Hand halten.<\/p>\n<div>\n<h3>Tod geh\u00f6rt zum Leben<\/h3>\n<\/div>\n<p>&#8222;Auch das muss man lernen,&#8220; gibt Monika Heer zu bedenken. In Kursen wie &#8222;Basale Stimulation&#8220; lernt man beispielsweise, dass es f\u00fcr die Kranken, die h\u00e4ufig bereits dahin vegetieren, viel angenehmer ist, wenn man etwas beherzter zupackt, als zart zu streicheln. Doch was man vor allem lernt, ist wohl die Tatsache, die Agathe Lapka unterstreicht: &#8222;Der Tod geh\u00f6rt einfach zum Leben, auch wenn man das gern verdr\u00e4ngt. Die Hauptsache ist, dass man nicht allein ist&#8220;. &#8211; Katrin Herbstreit<\/p>\n<p>Kontakt: Hospizverein Wattenscheid e.V., Tel. (02327)93355 55, (0171-7571994), www.hospizverein-wattenscheid.de.; Hospiz St. Hildegard e.V. K\u00f6nigsallee 135, Bochum, Tel.: 02 34 \/ 3079023.<\/p>\n<p>Samstag, 25. November 2006 | Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)<\/p>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:25px;margin-bottom:25px;width:100%;\"><\/div>\n<div style=\"text-align:center;\"><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/aktuelles\/eigene-informationen\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/span><\/a><\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ruhr-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2351"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2351\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3388,"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2351\/revisions\/3388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hospizverein-wattenscheid.de\/neu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}