Reibeplätzchen, Teamgeist und 1.500 Euro für den Hospizverein Wattenscheid e.V. 

Am 1. Adventswochenende wurde es auf dem Adventsmarkt der Möglichkeiten auf dem Gelände der katholischen Pfarrei St. Gertrud so richtig heimelig: Mitten zwischen Lichterglanz und Tannenduft brutzelten am Stand der neuen Wählergemeinschaft „Wattenscheider Chance“ frisch gebackene Reibeplätzchen – für den guten Zweck und mit ganz viel Herzblut.

Acht engagierte Mitglieder der neuen Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern, die nicht länger zuschauen wollen, wie Wattenscheid immer wieder auf der Strecke bleibt, hatten sich zusammengetan. Ihr Ziel war klar: etwas Konkretes für die Menschen hier vor Ort tun und gleichzeitig zeigen, wie viel möglich ist, wenn man gemeinsam anpackt. Von Beginn an wurde offen kommuniziert, dass der Reinerlös komplett an den Hospizverein Wattenscheid geht – diese Transparenz kam bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gut an.

Der Stand war liebevoll weihnachtlich geschmückt und stimmungsvoll beleuchtet, und schon bald bildeten sich lange Schlangen. An drei Tagen mussten insgesamt 20 Stunden durchgehend dreifach besetzt werden, um dem Andrang gerecht zu werden. Ausgerechnet einer der Hauptorganisatoren, Wolfgang Rohmann, fiel durch einen Sturz an den drei Tagen aus – umso beeindruckender, wie selbstverständlich die anderen noch mehr Aufgaben übernahmen. Man merkte schnell: Hier hält eine Gruppe zusammen, hier trägt man sich gegenseitig.

Weil es für alle die erste Aktion dieser Art war, lief nicht alles pannenfrei – doch genau das machte den Teamgeist umso spürbarer. Bereits am ersten Abend gingen 60 Liter Kartoffelteig über den Tresen, Nachschub musste her. Ein befreundeter Koch sprang kurzerhand ein, am Ende wurden stolze 240 Liter Teig verarbeitet. Am Samstag dann der nächste Moment zum Durchatmen: Die Gaskartusche war leer. Mit Hilfe von Mitgliedern eines befreundeten Kleingartenvereins wurde auch dieses Problem pragmatisch gelöst. Und als dann auch noch die Alufolie ausging, zeigte sich erneut, wie gut Gemeinschaft funktionieren kann: Eine spontane Telefonkette setzte Freunde und Familienangehörige in Bewegung – wenig später standen neue Rollen bereit. Jede Hürde wurde gemeinsam genommen: mit einem Lächeln, einem Spruch auf den Lippen und dem klaren Gefühl: Wir schaffen das zusammen.

Der Verkauf machte allen Beteiligten sichtlich Spaß – und die gute Stimmung hinter dem Tresen sprang schnell auf die Besucherinnen und Besucher über. Richtig voll wurde es, als die Spieler der SG Wattenscheid 09 am Stand auftauchten. Nach dem 2:0-Sieg gegen den ASC 09 Dortmund kam die Mannschaft gemeinsam mit Verantwortlichen geschlossen auf den Adventsmarkt, probierte die Reibeplätzchen und setzte damit ein klares Zeichen der Unterstützung für die Aktion.

Besonders schön: Viele Besucherinnen und Besucher rundeten den Kaufpreis ganz bewusst zugunsten des Hospizvereins auf. So kam am Ende die beeindruckende Summe von 1.500 Euro zusammen. Das ist weit mehr als nur ein finanzieller Erfolg – es ist ein starkes Signal, dass Wattenscheid zusammensteht, wenn es um Mitmenschlichkeit und Würde am Lebensende geht.

Am 10. Dezember 2025 durfte Wolfgang Jaspert, geschäftsführendes ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Hospizvereins Wattenscheid e.V., die großzügige Spende von Wolfgang Rohmann im Beisein einiger seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter entgegennehmen. Die Dankbarkeit war spürbar – für das Geld, aber ebenso für die Verbundenheit und das klare Zeichen: In Wattenscheid gibt es viele Menschen, die nicht nur reden, sondern handeln.

Der Vorstand sowie alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen des Hospizvereins Wattenscheid e.V. danken den engagierten Aktiven der „Wattenscheider Chance“ von Herzen für dieses beeindruckende Engagement. Diese Aktion zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen sich zusammentun: Aus Reibeplätzchen werden Begegnungen, aus Begegnungen wird Gemeinschaft – und aus Gemeinschaft entsteht Kraft für eine gute hospizliche Begleitung hier bei uns in Wattenscheid.

Von links: Tanja Stoelk, Robert Buder, Wolfgang Rohmann, Stephan Stoelk, Wolfgang Jaspert, Silke Rohmann und Petra Weise

Vor der Übergabe der Spende informierte Wolfgang Jaspert über die Arbeit des Hospizvereins Wattenscheid e.V.