Unsere Geschichte

Hospizverein Wattenscheid feierte am 1. Dezember 2018 runden Geburtstag
Hohes Engagement in der Sterbe- und Trauerbegleitung seit 25 Jahren 

Am Samstag, 1. Dezember 2018, feierte der Hospizverein Wattenscheid mit seinen Ehren- und Hauptamtlichen sowie einigen Ehrengästen, darunter Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, und Kooperationspartnern einen ganz besonderen Geburtstag: Er wurde 25 Jahre alt!

Aus dem kleinen Kreis einer informellen Sterbebegleitungsgruppe, die sich bereits 1990 gebildet hatte, gründeten am 1. Dezember 1993 auf ökumenischer Basis 14 Interessenten den Hospizverein Wattenscheid. Dazu gehörten damals u.a. Dr. Heinrich-Walter Greuel, langjähriger Chefarzt am Marien-Hospital, Dietmar Everling, der frühere Geschäftsführer des Martin-Luther-Krankenhauses, der ehemalige Caritas-Direktor Ulrich Schirmer, Pfarrerin Jutta Wrann-Bergmann und vor allem Norbert Philipp. Letzterer war als Sozialarbeiter der Ev. Kirchengemeinde der Motor und der erste Koordinator der ambulanten Hospizarbeit in Wattenscheid. Unter seiner Regie gewann das zarte Pflänzchen an Wachstum: Im Sommer 1994 verzeichnete man schon rd. 50 Mitglieder. Und auch das zunächst noch kleine Team von rd. einem Dutzend ehrenamtlicher Sterbebegleiter/innen konnte schnell erweitert werden.

Das kontinuierliche Wachsen schien abrupt beendet zu sein, als sich Philipp Anfang 2001 – wie er damals selbst der Presse mitteilte – aus gesundheitlichen Gründen und wegen vereinsinterner Probleme aus der Hospizarbeit zurückzog. Es fehlte plötzlich nicht nur der Motor, sondern es brach auch ein Teil der Personalkosten weg, denn Philipp war während seiner Zeit als Koordinator zum Teil von der Kirche bezahlt worden.

Allen Unkenrufen, die schon die Vereinsauflösung verkündeten, zum Trotz griffen einige Mitglieder zu den Rudern und brachten das leicht schlingernde Schiff wieder auf den richtigen Kurs. So übernahmen in dieser kritischen Phase Ulrich Schirmer (stellvertretender Vorsitzender), Pfarrerin Jutta Wrann-Bergmann als langjährige Vertraute der Ehrenamtlichen, ihr späterer Mann Siegfried Schirmer als ehrenamtlicher Geschäftsführer und Ulrike Kerlé, Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin, als  Koordinatorin gemeinsam mit Hilfe einiger guter ehrenamtlicher Geister aus dem Verein weitgehend die Leitung.

In 2001/2002 gab es noch weitere gewichtige Meilensteine auf dem Vereinsweg:

  • Per Gesetz wurden die gesetzlichen Krankenkassen zur finanziellen Förderung der ambulanten Hospizarbeit verpflichtet. Damit konnte ein Teil der Personalkosten gedeckt und manche Sorge zerstreut werden.
  • Der Vorstand verabschiedete sich endgültig von den gemeinsamen Planungen eines stationären Hospizes mit dem Martin-Luther-Krankenhaus, um die Arbeit auf die ambulante Sterbebegleitung zu konzentrieren.
  • Neben der ambulanten Sterbebegleitung verstärkte der Verein seine Trauerarbeit. Pfarrerin Jutta Wrann-Bergmann (seit 2004 Jutta Schirmer) wurde von der Kirche als Krankenhausseelsorgerin freigestellt und konnte ab 2002 als Trauerbegleiterin dann den vereinseigenen TrauerTreffPunkt an der Stresemannstr. 12 für Einzelgespräche, Gruppen und ein wöchentliches Trauercafé ausbauen.

2008 musste der langjährige Bürostandort im Marien-Hospital wegen Eigenbedarfs des Krankenhauses aufgegeben werden. Mitten im Zentrum von Wattenscheid „An der Papenburg 9“ wurden neue Räume angemietet, in die auch der TrauerTreffPunkt – jetzt unter Leitung von Gesine Maurer – verlegt wurde.

Erfreulich bleibt über die ganze Zeit bis heute die Tatsache, dass sich nach wie vor immer wieder Menschen finden, die die Befähigungskurse zur Sterbebegleitung absolvieren und so durch Alter, Krankheit oder anderes entstehende Lücken bei den Ehrenamtlichen wieder schließen. Und erfreulich ist natürlich auch die Tatsache, dass es immer wieder Förderer mit kleinen und größeren Spenden gibt, die neben Zuschüssen, Bußgeldern und Mitgliedsbeiträgen zur notwendigen Deckung der anfallenden Kosten beitragen.

Heute bilden rd. 58 ausgebildete Ehrenamtliche in der Sterbe- und Angehörigenbegleitung mit der Koordinationsleiterin Christel Müller-Ovelhey das Herzstück des Vereins, der inzwischen rd. 500 Mitglieder hat. Für die Zukunft sehen die Verantwortlichen des Vereins die wachsende Mitarbeit in der ambulanten palliativen Versorgung als eine der vorrangigen Aufgaben. Im Palliativnetz Bochum setzt man mit Palliativ-Medizinern, -Fachpflegekräften und anderen Hospizeinrichtungen alles daran, sterbenden Menschen möglichst in ihrer vertrauten Umgebung eine schmerzfreie und würdevolle letzte Lebensphase zu ermöglichen. Allein im Jubiläumsjahr wurden bereits über 100 Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet und viele Angehörige unterstützt. – (Stand 2/2019)