Mehr Miteinander am Lebensende: Ambulanter Hospizdienst Wattenscheid und Altenheime stärken Zusammenarbeit
Am 18. Februar 2026 haben die Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes Wattenscheid (Hospizverein Wattenscheid) ein Arbeitstreffen mit den Sozialen Diensten der Wattenscheider Altenheime organisiert. Von 10 bis 12 Uhr kamen 14 Teilnehmende aus acht Einrichtungen zusammen. Mitarbeitende aus zwei weiteren Häusern konnten krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Ziel des Treffens war es, die Zusammenarbeit zwischen Hospizdienst und Altenheimen gemeinsam in den Blick zu nehmen, konkrete Verbesserungen zu entwickeln und zugleich den Austausch der Einrichtungen untereinander zu fördern. Hintergrund ist, dass der ambulante Hospizdienst bislang in den einzelnen Häusern unterschiedlich stark eingebunden ist. Künftig soll die Zusammenarbeit verlässlicher und möglichst einheitlich gestaltet werden.
Gearbeitet wurde in einem lebendigen Speed-Dating-Format mit fünf Tischen und fünf Leitfragen. Alle fünf Minuten wechselten die Gruppen. Die Ergebnisse wurden auf Karteikarten festgehalten und anschließend gemeinsam ausgewertet. Das Format wurde von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen. Eine Wiederholung im kommenden Jahr ist bereits geplant.
Besonders positiv hervorgehoben wurden die gute Kommunikation und die schnelle Erreichbarkeit des ambulanten Hospizdienstes. Zugleich formulierten die Sozialen Dienste konkrete Wünsche für die weitere Zusammenarbeit: So sollen die Koordinatorinnen nach Möglichkeit an Angehörigenabenden in den Einrichtungen teilnehmen, um über die Hospizarbeit zu informieren, Berührungsängste mit dem Begriff „Hospiz“ abzubauen und Angehörige im Sterbeprozess fachlich wie menschlich zu unterstützen.
Angeregt wurden außerdem mehr Rückmeldungen der ehrenamtlichen Begleitenden an die Sozialen Dienste, etwa zum Beginn und Verlauf einer Begleitung oder dazu, wie der Kontakt zur Bewohnerin oder zum Bewohner gelingt. Solche Informationen können dazu beitragen, die Dokumentation zu verbessern und die Versorgung noch besser aufeinander abzustimmen.
Im Austausch über bewährte Arbeitsweisen der Einrichtungen zeigte sich, dass regelmäßige kurze Abstimmungen und die frühzeitige Einbindung anderer Fachbereiche besonders hilfreich sind. So können Zustandsveränderungen und beginnende Sterbeprozesse früher erkannt und der ambulante Hospizdienst rechtzeitig hinzugezogen werden.
Als besonders hilfreicher Ansatz wurde die Idee eines kurzfristigen Qualitätszirkels benannt: Wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner in die Sterbephase eintritt, sollen die relevanten Fachbereiche zeitnah zusammenkommen, die Situation gemeinsam besprechen und entscheiden, in welcher Form der Hospizdienst eingebunden wird – unabhängig davon, ob eine Anbindung an das Palliativnetz besteht.
Die Koordinatorinnen betonten darüber hinaus, wie wichtig eine zeitnahe Information durch die Pflegekräfte bei wesentlichen Veränderungen ist, etwa bei einer Krankenhausaufnahme, einem Krankenhausaufenthalt, einer deutlichen Verschlechterung des Zustands oder im Todesfall. Das gilt möglichst auch an Wochenenden. So können die ehrenamtlichen Begleitenden schnell informiert und unnötige Wege vermieden werden.
Neben den konkreten Ergebnissen hatte das Treffen noch einen weiteren wichtigen Effekt: Viele Teilnehmende empfanden es als sehr wertvoll, die Arbeitsweisen anderer Einrichtungen kennenzulernen und Anregungen für die eigene Praxis mitzunehmen. Das gemeinsame Fazit war deutlich: Der ambulante Hospizdienst soll künftig noch früher eingebunden werden, damit die Begleitung in der Sterbephase bestmöglich abgestimmt und Angehörige gezielt entlastet werden können.
Wie wichtig diese Zusammenarbeit ist, zeigen auch die Zahlen: Die Zahl der Begleitungen in Wattenscheider Altenheimen stieg von 48 im Jahr 2023 über 49 im Jahr 2024 auf 61 im Jahr 2025. Die Begleitungsstunden erhöhten sich von 364 im Jahr 2023 auf 479 im Jahr 2024 und blieben 2025 mit 478 Stunden auf einem konstant hohen Niveau.
