„Wat’n Sommerfest“ – und der Hospizverein mittendrin
Premiere unterm Förderturm: Erstmals war der Hospizverein Wattenscheid mit einem eigenen Mitmachstand beim „Wat’n Sommerfest“ dabei – und durfte sich über viel Interesse, zahlreiche Begegnungen und überraschend offene Gespräche freuen.
Musik, Unterhaltung und ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein: Rund um den Förderturm der ehemaligen Zeche Holland wurde am 1. August 2026 gefeiert. Mitten im sommerlichen Festgeschehen war in diesem Jahr erstmals auch der Hospizverein Wattenscheid e. V. vertreten.
Für den Verein war die Teilnahme eine Premiere. Zum ersten Mal präsentierte sich der ambulante Hospizdienst mit einem interaktiven Mitmachstand auf einem großen Sommerfest. Die Idee dahinter: Menschen in einer ungezwungenen Atmosphäre begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und zeigen, dass Hospizarbeit mitten ins Leben gehört.
Kreativangebote lockten Groß und Klein an
Vor allem für die jüngeren Besucherinnen und Besucher gab es am Stand einiges zu entdecken. Mit großer Begeisterung wurden Steine bemalt, bunte Armbänder geflochten, Lesezeichen gestaltet und Windlichter gebastelt. So entstand während des Tages eine lebendige und fröhliche Atmosphäre am Stand.
Während die Kinder kreativ wurden, nutzten viele Erwachsene die Gelegenheit, sich über die Arbeit des Hospizvereins zu informieren. Aus zunächst kurzen Begegnungen entwickelten sich immer wieder ausführliche und persönliche Gespräche über die ambulante Hospizarbeit, über Möglichkeiten der Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen sowie über Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer.
Gerade diese Verbindung aus einem unbeschwerten Sommerfest und Gesprächen über Themen, die im Alltag häufig wenig Raum finden, machte die Teilnahme für den Hospizverein besonders wertvoll.
Wenn Kinder plötzlich die Fragen stellen
Eine Erfahrung des Tages beeindruckte das Team besonders: Nicht nur Erwachsene suchten das Gespräch über Sterben, Tod und Trauer.
Auch einige Kinder wandten sich von sich aus mit Fragen an die Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen. Offen, neugierig und bemerkenswert unbefangen sprachen sie Themen an, denen Erwachsene mitunter eher ausweichen.
Diese Begegnungen zeigten einmal mehr, dass Kinder sehr wohl Interesse an Fragen rund um Abschied, Sterben und Trauer haben und dass es sich lohnt, ihnen ehrliche und altersgerechte Gesprächsangebote zu machen.
Hospizarbeit dort zeigen, wo das Leben stattfindet
Für den Hospizverein war die Teilnahme deshalb weit mehr als die Präsentation der eigenen Arbeit. Der Mitmachstand bot die Möglichkeit, Hospizarbeit sichtbar und niedrigschwellig mitten in das gesellschaftliche Leben Wattenscheids zu bringen.
Denn Hospizarbeit beginnt nicht erst dann, wenn eine konkrete Begleitung benötigt wird. Ebenso wichtig ist es, Berührungsängste abzubauen, Fragen zuzulassen und darüber zu informieren, welche Unterstützung schwer kranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen erhalten können.
Dass dies bei einem fröhlichen Sommerfest gelingt, war eine besonders schöne Erfahrung.
Ein starkes Team für einen besonderen Tag
Betreut wurde der Stand von zwei Koordinatorinnen und sechs ehrenamtlich Engagierten des Hospizvereins. Sie informierten, beantworteten Fragen, begleiteten die Kreativangebote und sorgten dafür, dass sich kleine und große Gäste gleichermaßen willkommen fühlten.
Das große Interesse und die vielen positiven Rückmeldungen haben das Team darin bestärkt, auch künftig neue Wege zu gehen, um mit den Menschen in Wattenscheid in Kontakt zu kommen.
Nach dieser gelungenen Premiere steht deshalb eines bereits fest: „Wat’n Sommerfest“ war für den Hospizverein nicht nur ein schöner Sommertag voller Begegnungen – und ganz bestimmt nicht der letzte Mitmachstand dieser Art.
